Kollagendrinks auf dem Prüfstand

Einfach nur ein Modegetränk?

In Zeiten von Social Media und steigendem Leistungsdruck ist das Thema Gesundheit & Beauty so groß und angesagt wie lange nicht. Die Fitness- und Gesundheitsstudios sprießen nur so aus dem Boden und viele von uns wollen möglichst lange fit, vital und zudem gutaussehend sein. Ein extrem hoher Anspruch, der dem natürlichen Verlauf der Dinge durchaus widerspricht.


Der Trend wird durch ein schier unüberschaubares Angebot aus Beautyprodukten und -dienstleistungen nochmals befeuert. Seien es die Gummibärchen, die gut für die Haare sind oder die Schokoriegel, die uns gleichzeitig eine Menge Proteine liefern sollen (ja, all das und noch viel mehr gibt es wirklich). Grund genug, dass wir uns mal einige dieser Trendprodukte vornehmen und sie auf ihren Sinngehalt überprüfen.


An dieser Stelle möchten wir daher gerne auf eine ganz neue Produktklasse eingehen, die vor einiger Zeit Einzug in den Markt der Mikronährstoffe gehalten hat. Die sogenannten „Kollagendrinks“. Diese werden nicht nur von Nahrungsergänzungsanbietern, sondern auch von Beauty Herstellern verkauft und an jeglichen Vertriebspunkten angeboten. So z.B. in Drogeriemärkten oder in Apotheken. Die Versprechen sind häufig sehr ähnlich: die Produkte sollen einen „Anti-Aging“ Effekt haben oder zu einem besseren Hautbild beitragen.


Doch können diese Produkte halten, was sie versprechen?

Zunächst einmal ist es richtig, dass Kollagene, die in den Produkten enthalten sind ein wichtiger Bestandteil unser Haut sind.


Jedoch auch unserer Bänder, Sehnen und Muskeln. Denn Kollagene sind nichts weiter als Verbindungen aus einzelnen Aminosäuren, also ähnlich den Proteinen, die wir über die Nahrung zuführen. Sie sind nur etwas anders aufgebaut und erfüllen andere Funktionen. Anders gesagt: sie sind nicht ganz so umfangreich und komplex aufgebaut und deutlich spezialisierter. Aber sind sie daher das Mittel der Wahl und z.B. einem Protein überlegen? Hier muss die Antwort lauten: nein, das sind sie nicht! Kollagene Strukturen kann unser Körper selbst aufbauen. Wir müssen sie nicht unbedingt als solche zuführen. Es reicht völlig aus, wenn wir normale Proteinquellen wie Fleisch oder Hülsenfrüchte zuführen. Daraus kann unser Körper selbst z.B. unter der Hinzunahme von Vitamin C Kollagene herstellen. Viel mehr noch: unser Körper darf selbst entscheiden, ob er das Protein für Kollagene nutzt, oder für andere Zwecke, die vielleicht akut wichtiger sind. So z.B. die Zellregeneration oder Hormonbildung.


Hinzu kommt, dass Kollagendrinks häufig mit einer Vielzahl künstlicher Zusatzstoffe versetzt sind, um das Produkt schmackhaft und haltbar zu machen. Denn Kollagene haben eigentlich einen starken, unangenehmen Eigengeschmack.


Daher unser Rat: greifen Sie lieber auf ein hochwertiges Protein (z.B. Erbse, Hanf oder Kürbis) zurück und stellen Sie Ihrem Körper somit ein vollumfängliches Angebot zur Verfügung aus dem er sich bedienen darf. Und vielleicht, dann wenn er es braucht, stellt er selbst daraus Kollagene her, die das Hautbild positiv beeinflussen können.

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